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Unscheinbar aber Oho - das Schneeglöckchen


Weiße Jungfrau oder Milchblume wird es genannt. Gefühlt wächst das Schneeglöckchen überall, aber meistens ist es da weil wir Menschen es da angepflanzt haben. Das Schneeglöckchen ist am Balkan heimisch, wild kommt es in Mitteleuropa eher selten vor und wenn dann in Laubwäldern, Hartholzwälder, kalkhaltiger Boden, vielleicht lehmig und feucht. Einer seiner Wirkstoffe, Galantamin, kann luzides Träumen unterstützen, isoliert wird er als Antidementivum, in der Behandlung von Demenz eingesetzt und zum Stillen von Schmerzen. Zweifellos kitzelt es unsere Freude, da es den Frühling ankündigt.


Unterirdisch finden wir eine Zwiebel, da es im Laubwald wächst muss es den ganzen Zyklus erledigt haben bevor die Laubbäume ihre Blätter ausgetrieben haben. Erkennbar an den länglichen Blättern (bis zu 15 cm lang und unter 1 cm breit), Blüte ist auf den ersten Blick weiß, 3 innere Blütenhüllblätter,


Thermogenese ?

Das zarte weißblühende Pflänzchen weist einige ökologische Besonderheiten auf. Lange Zeit hielt sich die Idee der Thermogenese, also die Fähigkeit selber Wärme erzeugen zu können, weil man oftmals rund um das Schneeglöckchen keinen Schnee mehr findet. Heute vermutet man, dass die Blätter Sonnenlicht absorbieren können und das zur Schneeschmelze führt. Die Blätter haben gehärtete Spitze sodass sie durch gefrorenen Boden und Schnee wachsen können.


Bienenpflanze

Zudem bildet es seinen eigenen Frostschutz, da es Proteine enthält, die Eiskristalle daran hindern zu wachsen. Seine Blüten reagieren auf Temperatur, sie öffnen sich gerne bei ca 10 Grad, dann ist es auch warm genug für den Flug der Bienen. Während für uns das Weiß der Blüten unauffällig ist, werden Insekten davon angelockt, die reflektieren das Sonnenlicht. Ja, auch die Ameise spielt eine Rolle, so wie beim vielen anderen Pflanzen auch, die Samenkapsel des Schneeglöckchens sinkt zu Boden sodass sich die Ameisen die Samen schnappen können. Warum sie das tun, erzähle ich euch an einer anderen Stelle.



Grundsätzlich ist das Schneeglöckchen giftig, es ist jedoch ein wunderbares Beispiel dafür wie

Naturheilkunde und moderne Forschung ineinander greifen können. Seine Hauptwirkstoffe sind nämlich Alkaloide, die Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufversagen hervorrufen. Isoliert eingesetzt wird Galantamin als Antidementivum, hemmt Demenzbegleitende Symptome und wirkt stark schmerzlindernd.


Als Stoff kann Galantamin auch luzides Träumen unterstützen, aber ACHTUNG: hochwirksamer Stoff und nicht frei von Nebenwirkungen. Verschreibungspflichtig.


Ein Zauberkraut namens Moly

Die Geschichte des Schneeglöckchens reicht weit zurück, bis nach Griechenland und Homer. Kirke soll die Gefährten von Odysseus zu Schweinen verwandelt haben, so gab Gott Hermes dem verzweifelten Odysseus eine Pflanze, die vor Verzauberung schützen sollte. Das Zauberkraut wurde Moly genannt, es soll sich dabei um das Schneeglöckchen handeln. Auch die christliche Kirche verknüpft damit ein Brauchtum: zu Lichtmess werden Sträusse von Schneeglöckchen der Jungfrau Maria geweiht. Vermutlich sind die Pflänzchen auch deshalb nahe der Kirchen zu finden.


Der Legende nach sind damit auch Tod und Unglück verbunden. Wenn man zum Beispiel ein Schneeglöckchen mit ins Haus nimmt und daraufhin dort jemand verstirbt. Anders in Rumänien, dort werden Schneeglöckchen an Bäume gehängt damit sie einen besseren Ertrag bringen.


Schneeglöckchenboom in England

Kunst und Kultur, Märchen und Musikstücke ranken sich um den Frühlingsboten, der Ende 1900 durch russische Soldaten bis nach England getragen wurde. Dort begann die Zucht des Schneeglöckchens, es gründeten sich Vereine, der Boom ist vergleichbar mit dem der Tulpenzucht.


welche Frühlingsboten man derzeit sonst noch findet gibt es hier zum Nachlesen und demnächst im Kräuterfreu BLOG



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